Wipplers Geschichte(n) – Teil 1: 1910 – 1942

Februar 06, 2018

Das erstes Geschäft stand in Striesen: Die Bäckerei Wippler um 1910  Ecke Striesener/Schumann-Straße

Die 100-jährige Geschichte der Bäckerei Wippler begann am 6. August 1910 in Dresden. Max und Elisabeth Wippler eröffneten in einem gepachteten Laden Striesener/Ecke Schumann-Straße ihre „Bäckerei und Conditorei“, zu der auch ein Café gehörte. Als Max Wippler 1914 zum Ersten Weltkrieg eingezogen wurde, setzte die Pacht aus. Nach dem Krieg endete der Pachtvertrag.

Von Dresden nach Hosterwitz

Auf der Suche nach einem neuen Geschäft wurde das Ehepaar in Hosterwitz fündig. Sie kauften das Haus auf der Dresdner Straße, das heute die Nummer 113 trägt. Hier war schon früher eine Bäckerei ansässig. Am 1. Februar 1919 wurde
das erste Brot aus dem Wipplerschen Ofen verkauft.

Der „Kaffee- und Kuchengarten“ mit der versammelten Familie Max Wippler im Sommer 1927In den Inflationsjahren 1922/23 holte man täglich das Mehl aus der Mühle in Pirna-Jessen, um der Geldentwertung zuvorzukommen. 1926/27 wurden Bäckerei und Laden um einen „Kaffee- und Kuchengarten“ erweitert mit sechs Tischen unter einer weinberankten Pergola. Damals beschäftigten Wipplers einen Gesellen, einen Lehrling und ein Hausmädchen. In Revisionsberichten aus den 20er und 30er Jahren finden sich einige Hinweise auf den Alltag in der Bäckerei.

So wurde in einem Dokument von 1925 der Wandanstrich in der Backstube bemängelt. Außerdem hätte sich ein Lehrling besorgt geäußert, er sei fast nur mit dem Austragen des Gebäcks beauftragt und verbringe zuwenig Zeit in der Backstube.

Im Jahr 1929 musste die Bäckerfamilie einen schweren Schicksalsschlag verkraften – den plötzlichen Tod der 16-jährigen Tochter Käthe durch einen Verkehrsunfall am Pillnitzer Pavillon-Berg.

Der jüngere Günther lernte von 1933 bis 1936 auf Wunsch seiner Eltern das Bäckerhandwerk beim Vater. Seine Gesellenprüfung legte er bei Bäckermeister Otto Wehner im benachbarten Oberpoyritz ab und ging 1937 auf Wanderschaft
durch Sachsen, Thüringen, Bayern und nordwärts bis an die Küste. In Lübeck wurde er zum Arbeitsdienst verpflichtet.

Daraus entlassen und aufgrund eines Ohrenleidens als „nicht wehrtauglich“ eingestuft, war er ab 1939 im elterlichen Geschäft in Hosterwitz tätig. Damals kostete eine Franzsemmel mit 45 g Gewicht 3 Pfennige, das Zweipfundbrot
28 Pfennige und ein Mohnbrötchen 5 Pfennige.

Im Jahr 1942 machte Günther Wippler seine Meisterprüfung.





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